Frank Schnabel legt auf Schiffen auf:

Pressebericht Fachmagazin Berufsverband Discjockey e.V. / Ausgabe Mai 2008

Frank Schnabel ist DJ Music Man. Der 39-Jährige ist gelernter Werkzeugmacher-Meister und beschallt nebenberuflich die unterschiedlichsten Events. Schnabel ist Mitglied im BVD und dadurch zum schwimmenden DJ geworden, denn er legt mehrmals im Jahr auf Kreuzfahrtschiffen auf.

Wie verlief Dein DJ-Werdegang?Frank Schnabel

Ich habe mich schon immer für Musik begeistert, als Teenager mit Tonband und Kassettengerät Radioshows aufgenommen und die TV-Shows verfolgt. Irgendwann hat mich mal ein DJ zu einer Tanz-Veranstaltung für Jugendli­che mitgenommen und damit den Grundstein gelegt. Später habe ich in einer Tanzschule Musik gemacht und mir meine erste Anlage zusam­men gespart. Anfangs habe ich vor allem stationär in verschiedenen Tanzschulen gearbeitet, bin dann aber in das mobile Lager gewech­selt. Man verdient dort einfach mehr, bildet sich immer weiter, sieht andere Lokalitäten und Städte. Das gibt dem DJ ein gutes Profil und schließlich ist das Auflegen meine Berufung.

Du legst viel auf Kreuzfahrtschilfen auf, was ist dort die Aufgabe eines Diskjockeys?

In der Regel einen Tanzabend zu beglei­ten, der meist unter einem Motto steht. Man muss Menschen in der jeweiligen Disco unterhalten, hinzukommen Pool- Partys an Deck, und beim Auslaufen musikalische Begleitung.

Wo liegt der Unterschied zu anderen DJ-Buchungen?

Man hat 14 Tage lang das gleiche Pu­blikum. das ist eigentlich der größte Unterschied. Da kann man nicht jeden Abend das gleiche auflegen und ist somit gezwungen jeden Abend etwas anderes zu präsentieren.

Wie sieht der Tageablauf eines Disk­jockeys auf einem Schilf aus?

Als DJ hat man einen Staff-Statut, ist halb Crew, halb Passagier und hat sich also auch unterzuordnen. Den Tag hat der DJ meist zur freien Verfügung, arbeitet aber jeden Abend und jede Nacht. Und das 14 Tage lang. Das ist nicht so Frank Schnabeleinfach, da man tags­über auch versucht die Länder und Städte, die man anläuft, kennen zu lernen.

Wie bist Du dazu gekommen?

Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich gefragt wurde. Da ich Mitglied im BVD bin, habe ich gute Kon­takte gerade zu den Hambur­ger Kollegen. Regelmäßig treffen wir uns bei Regionaltreffen und da wurde mir der Job durch einen Kollegen vermittelt.

Wo bist Du als schwimmender DJ hauptsächlich unterwegs?

Ich mache das seit sechs Jahren ne­benberuflich und bin daher nur ein bis zwei Mal im Jahr unterwegs. Viel im Mittelmeer, die westeuropäische Küste entlang: Frankreich, England, Portugal, runter bis nach Marokko. Das Interessante ist, das man jeden Tag woanders ist. Im Mai bin ich wieder auf einem Schiff, das Richtung Ostsee, also nach Helsinki. Stockholm und St. Petersburg fährt.

Außer dem Auflegen führst du einen Technikverleih. Was gab dafür den Anstoß?

Die Anfragen zum Auflegen im Bekann­tenkreis wurden irgendwann immer mehr und so habe ich mir die erste Aus­rüstung gekauft. Die Weiterentwicklung der Technik geht voran, die Ansprüche wachsen und so entsteht nach und nach eine umfassende Ausrüstung. Wer viel Umsatz macht, muss schließlich auch viel Geld ausgeben. Und jetzt verleihe ich meine große Technik-Sammlung.

Worin besteht bei Dir dabei die größte Nachfrage?

Früher haben wir bei Polterabenden aufgelegt und zur Hochzeit wurden Bands bestellt. Heute werden die Pol­terabende oftmals von einem Bekannten mit Laptop ausgerichtet, die sich bei mir die Anlage leihen. Und die Hochzeiten und Schützenfeste bestreiten wir dann. Außerdem leihen bei uns viele Firmen, die Betriebsevents bestreiten wollen.

Sebastian Walther / BVD Inside